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Einführung flexibler Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle
Adressierte Fähigkeiten
  • Arbeitsmotivation
Voraussetzungen

keine

Kurzbeschreibung

Die Einführung flexibler Arbeitszeit- und Arbeitsortmodelle umfasst die systematische Entwicklung und Implementierung von Regelungen zu Gleitzeit, mobilem Arbeiten (Home-Office) und Teilzeitoptionen in einem Stadtwerk. Ziel ist es, die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden zu verbessern, die Arbeitsmotivation zu steigern und die Attraktivität als Arbeitgeber im zunehmend umkämpften Fachkräftemarkt der Energiewirtschaft zu erhöhen. Ausgangspunkt ist eine Analyse der bestehenden Tätigkeitsprofile, da Stadtwerke durch ihre operative Mischstruktur – mit Leitwarte, Netzbetrieb und Entstörungsdienst einerseits sowie kaufmännischen und planerischen Bereichen andererseits – nicht alle Modelle für alle Beschäftigtengruppen gleichermaßen anbieten können. Es empfiehlt sich daher, Tätigkeiten hinsichtlich ihrer Ortsgebundenheit und zeitlichen Flexibilisierbarkeit zu kategorisieren und darauf aufbauend differenzierte Regelungen zu entwickeln. Wesentliche Voraussetzungen sind eine leistungsfähige digitale Infrastruktur (VPN-Zugänge, Kollaborationstools, digitale Workflows), klare Führungsleitlinien für das Führen auf Distanz sowie eine Anpassung bestehender Betriebsvereinbarungen in Abstimmung mit dem Personalrat. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die gezielte Qualifizierung der Führungskräfte: Der Übergang von einer präsenz- zu einer ergebnisorientierten Führung stellt einen kulturellen Wandel dar, der ohne begleitende Schulungsmaßnahmen – etwa zu hybrider Teamführung, Vertrauenskultur und ergebnisorientierter Steuerung – kaum nachhaltig gelingt. Auch Mitarbeitende profitieren von Schulungsangeboten zur Selbstorganisation, zum Zeitmanagement und zur Nutzung digitaler Kollaborationstools, um die neuen Freiheiten produktiv nutzen zu können. Zu beachten ist, dass eine als ungerecht empfundene Ungleichverteilung zwischen operativen und administrativen Bereichen zu Spannungen führen kann; hier sind kompensierende Maßnahmen (z. B. Zeitgutschriften, Schichtzuschläge oder zusätzliche freie Tage für ortsgebundene Tätigkeiten) zu prüfen. Die Einführung sollte schrittweise über Pilotbereiche erfolgen, begleitet von einer transparenten Kommunikation und regelmäßigen Evaluationsschleifen. Zu den zentralen Vorteilen zählen eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit, geringere Fluktuation, eine Erweiterung des Recruiting-Radius über den Standort hinaus sowie eine Reduktion von Büroflächenbedarf. Langfristig trägt die Maßnahme dazu bei, eine moderne, vertrauensbasierte Arbeitskultur zu etablieren, die als Grundlage für weitere Transformationsschritte im Stadtwerk dient.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
mittel
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Projektleitung zur Gesamtsteuerung
  • Fachkräfte aus HR
  • Fachkräfte aus IT, Führungskräfte
  • Personalrat

Materielle Ressourcen:

  • Mobile Endgeräte
  • Kollaborationstools
  • VPN-Zugänge
Möglicher Ablauf
  1. Kategorisierung von Tätigkeitsprofilen und Bedarfserhebung
  2. Konzeptionierung von Arbeitszeitmodellen
  3. Abstimmung mit Personalrat und Geschäftsführung
  4. Befähigung (IT-Infrastruktur, Führungskräfteschulungen, Mitarbeitenden-Workshops)
  5. Pilotierung
  6. Evaluation
  7. Ausweitung auf alle geeigneten Bereiche
  8. Verstetigung und regelmäßige Überprüfung
Risiken
  • Ungleiche Verteilung der Flexibilität zwischen operativen und administrativen Bereichen führt zu Frustration und Gerechtigkeitsempfinden-Verlust bei ortsgebundenen Mitarbeitenden
  • Mangelnde Schulung und Vorbereitung der Führungskräfte führt zu Mikromanagement oder Kontrollverlust bei der Führung auf Distanz
  • Durch dauerhafte Remote-Arbeit entsteht soziale Isolation, die zu sinkendem Teamzusammenhalt und Wissensverlust führt
Erfahrungen aus der Praxis