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Entwicklung und Durchführung einer Klimarisikoanalyse
Adressierte Fähigkeiten
  • Risikomanagement
  • Projektmanagement
  • Unternehmensstrategie
  • Dekarbonisierungsstrategie
  • Datenbasierte Entscheidungsfindung
Voraussetzungen

Übersicht über relevante Standorte, Anlagen, Netze und betriebliche Prozesse; Verfügbarkeit technischer Bestands- und Standortdaten; Zugang zu regionalen Klimadaten und Klimaprojektionen; Einbindung der betroffenen Fachbereiche

Kurzbeschreibung

Die Maßnahme umfasst die systematische Untersuchung physischer Klimarisiken für Standorte, Anlagen, Netze und betriebliche Prozesse eines Stadtwerks. Dabei wird bewertet, welchen Klimagefahren die Standorte und ihre Systemelemente ausgesetzt sind, wie empfindlich sie darauf reagieren, ob daraus ein Klimarisiko entsteht und welche Anpassungsmaßnahmen bereits bestehen oder erforderlich sind. Ein physisches Klimarisiko ergibt sich aus dem Zusammenwirken von Klimagefahr, Exposition und Vulnerabilität. Zu Beginn werden die relevanten Standorte und Systemelemente, beispielsweise Wasserwerke, Kläranlagen, Umspannwerke, Erzeugungsanlagen, Wärmenetze, Strom- und Wassernetze oder Betriebsgebäude, festgelegt. Anschließend erfolgt ein Screening der standortrelevanten Klimagefahren. Je nach Region können unter anderem Hitze, Dürre, Starkregen, Hochwasser, Sturm, Hagel, Waldbrand oder Veränderungen der Wasserverfügbarkeit relevant sein. Überregionale Studien können eine erste Orientierung bieten, ersetzen jedoch keine standortbezogene Analyse. Anschließend werden die Auswirkungen der identifizierten Klimagefahren auf die Standorte und Systemelemente bewertet. Dabei werden mögliche Schäden, Betriebsunterbrechungen, Einschränkungen der Versorgungssicherheit sowie bestehende Schutz- und Anpassungsmaßnahmen berücksichtigt. Die identifizierten Risiken werden bewertet und priorisiert, um geeignete technische, organisatorische, bauliche oder planerische Anpassungsmaßnahmen abzuleiten. Die Klimaszenarioanalyse ist Bestandteil der Klimarisikoanalyse. Für kurzfristige Risiken werden aktuelle Entwicklungen und historische Schadensereignisse berücksichtigt. Für langfristig genutzte Anlagen und Infrastrukturen werden zusätzlich regionale Klimaprojektionen auf Grundlage geeigneter Klimaszenarien und unterschiedlicher Zeithorizonte (z. B. Mitte und Ende des Jahrhunderts) herangezogen, um die Entwicklung klimabedingter Risiken unter verschiedenen möglichen Klimaentwicklungen zu bewerten. Abschließend werden die Ergebnisse dokumentiert und in das Risiko-, Asset-, Investitions-, Krisen- und Instandhaltungsmanagement integriert. Die Klimarisikoanalyse sollte regelmäßig sowie bei wesentlichen Änderungen von Klimadaten, Standorten oder Anlagen aktualisiert werden. Sie bildet zudem eine wichtige Grundlage für regulatorische Anforderungen, beispielsweise im Rahmen der CSRD, der EU-Taxonomie oder der KRITIS-Regulierung.

Aufwand
Personeller Aufwand
hoch
Zeitlicher Rahmen
hoch
Komplexität
hoch
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Geschäftsführung
  • Risikomanagement
  • Asset Management
  • GIS-Abteilung
  • Technische Fachbereiche
  • Netzbetrieb
  • Umwelt- oder Nachhaltigkeitsmanagement
  • IT-Abteilung
  • Controlling
  • ggf. externe Fachgutachterinnen und -gutachter

Materielle Ressourcen:

  • Anlagen-, Standort- und Netzdaten
  • Regionale Klima-, Wetter- und Gefährdungsdaten
  • Klimaprojektionen für geeignete Zukunftsszenarien und Zeithorizonte
  • Technische Dokumentationen und Zustandsdaten der Untersuchungsobjekte
  • Bewertungs- und Dokumentationsvorlagen
  • Software zur Datenanalyse und Risikobewertung bei Bedarf
Möglicher Ablauf
  1. Festlegung des Untersuchungsumfangs und der Verantwortlichkeiten
  2. Identifizierung relevanter Untersuchungsobjekte
  3. Ermittlung regionaler Klimagefahren und geeigneter Klimaszenarien
  4. Analyse und Bewertung aktueller sowie zukünftiger Klimarisiken
  5. Ableitung und Priorisierung geeigneter Anpassungsmaßnahmen
  6. Integration der Ergebnisse in bestehende Managementprozesse
  7. Dokumentation und regelmäßige Aktualisierung der Analyse
Risiken
  • Unzureichende oder zu grob aufgelöste regionale Klimadaten
  • Zu allgemeine Betrachtung ohne Bezug zu konkreten Anlagen und Betriebsprozessen
  • Unvollständige Erfassung relevanter Standorte oder Abhängigkeiten
  • Fehlende Beteiligung technischer Fachbereiche und Anlagenverantwortlicher
  • Unsicherheiten bei langfristigen Klimaprojektionen werden nicht transparent dokumentiert
  • Bestehende Schutzmaßnahmen oder Anpassungskapazitäten werden nicht berücksichtigt
  • Analyseergebnisse werden nicht in Investitions- und Instandhaltungsentscheidungen überführt
  • Analyse wird nach einmaliger Durchführung nicht aktualisiert
Erfahrungen aus der Praxis